Freitag, 30. September 2011

Adria-aufwärts


Die Hoffung auf viel einsamen Sandstrand im Süden – wie uns jemand erzählte – trog, es war eher unerfreulich, so sind wir, nach einer Nacht auf einem halbwegs akzeptablen Campingplatz recht hurtig weiter nordwärts gefahren.
Entlang der Küste ist es nicht erlaubt – und auch kaum möglich – einfach irgendwo für die Nacht stehen zu bleiben. Alles ist erschlossen und verbaut, in den schönen Buchten stehen Riesen-Hotel-Beton-Klötze und die Orte sind touristisch zugerummelt.
So sind wir jetzt auf Campingplätze angewiesen, was nicht wirklich ein Vergnügen ist, obwohl schon keine Feriensaison mehr ist. Gleich der erste Platz in Kroatien war zwar recht nett und auch nicht überfüllt, aber doch recht teuer, vor allem, weil alles ziemlich vergammelt und die sanitären Anlagen eher nicht benutzbar waren. Ist doch immer gut, sein eigenes Bad dabei zu haben.
Ein Versuch, das nach dem Krieg wieder aufgebaute Dubrovnik anzuschauen, scheiterte am großen Auto, es gab keine Chance, es irgendwo zu parken. Für Städtetouren ist es einfach nicht geeignet. Aber wir sind ohnehin nicht so scharf auf Stadtbesichtigungen und darauf, sich in Menschenmassen durch enge Gassen zu schieben.
Der nächste Campingplatz war zwar noch teurer, immerhin dafür mit benutzbaren Sanitär-Einrichtungen. Allerdings waren wir am Abend geneigt, Schmerzensgeld einzufordern, denn unseren schwäbischen Nachbarn gefiel es, die Umgebung mit selbstproduzierten Quetschkommoden-Klängen à la Musikantenstadl in eher dilettantischer Ausführung zu erfreuen. Und die Gattin sang dazu. Da half nur Flucht ins Auto, Fenster und Türen fest zu, was bei noch recht molliger abendlicher Wärme nicht so ganz unser Plan war.
Auch wenn die Küste recht schön ist – so ganz das Unsere ist es nicht, wir werden recht zügig Richtung Heimat fahren.

Flußabwärts


Am nächsten Morgen fuhren wir also weiter nach Fierze, einem kleinen Ort, in dem wir das beste Brot Albaniens kaufen konnten (brot-technisch ist der Balkan eher Entwicklungsland). Und wir stellten mal wieder fest, daß man die Informationen der Albaner sehr mit Vorsicht genießen sollte. Auskünfte diverser Leute: die Fähre geht um 6 Uhr früh. Die Anlegestelle ist ca. 10 Km entfernt. Der Preis ist 500 Lek pro Meter Auto.
Tatsächlich ging die Fähre um 7 Uhr, die Anlegestelle war nur knapp 3 Km entfernt und der Preis war 1000 pro Meter.
Also alles in allem richtig, denn die wesentlichen Dinge stimmten. Wir waren nämlich nicht mal sehr sicher, ob die Information mit der Fähre auf der (dem?) Drin überhaupt brauchbar war und sind eigentlich nur auf gut Glück losgefahren.
Wir fanden die Anlegestelle der Fähre, die sich als rechter Schrottkahn entpuppte. Später kam ein Personenboot, das ganz abenteuerlich war. Ein alter Bus war auf einen schwimmfähigen Unterbau geschweißt worden. So geht’s also auch...
Je nun, wir verbrachten einen netten Rest-Tag an der Anlegestelle und beobachteten, was in der „Hafenkneipe“, einer kleinen Blockhütte, so abging.
Um dann anderntags sehr früh zu starten. Der Einweiser für die Fähre war nicht wirklich kompetent, die Rampen ließen sich nicht schließen, was den Katamaran nicht hinderte, loszufahren. Und so schipperten wir gute 2 Stunden durchs Gebirge, was zur Abwechslung mal sehr entspannend, aber landschaftlich genauso atemberaubend wie auf den Paßstraßen war.
Nach dem Anlegen in Koman rumpelte ein großer LKW derart über die Rampe, daß er das Schiff verschob und damit die nächsten Autos überhaupt weiterkonnten, mußten erst mal Baumstämme herbeigeschafft und in die Lücke zwischen Fähre und Land gerollt werden.
Der Ankunftsplatz dort ist sehr begrenzt, die auf die Ankommenden wartenden Autos versperrten die Weiterfahrt – es war ein rechtes Getümmel, Gehupe und Geschimpfe.
Aber irgendwann und irgendwie ging es weiter, von der Fähre gleich scharf rechts in einen Tunnel.
Und danach auf recht rumpeliger Straße nach Shkoder, weiter zur Grenze nach Montenegro.

Donnerstag, 29. September 2011

Schöner, wilder Norden


Zwar waren die Informationen des Bodyguards nur sehr ungenau, aber wir sind mal einfach davon ausgegangen, daß sie im Wesentlichen stimmen, haben sicherheitshalber Plan B und C ausgearbeitet und sind am nächsten Tag gestartet. Unser Ziel war Fierze, wo es Schiffe geben sollte, die flußabwärts, Richtung Shkoder, zum Meer fahren und Autos mitnehmen. Beim Blick auf die Karte erschien uns das sehr wahrscheinlich, denn eine passable Straßenverbindung gibt es nicht und die Landschaft erschien uns mehr als verheißungsvoll.
So also erst mal weiter nach Westen, entlang eines wunderschönen Tals, um dann auf die albanische Autobahn zu gelangen. Mit Stau ist hier eher nicht zu rechnen, das Verkehrsaufkommen kann man als sehr gering bezeichnen. Gegen Ende der Strecke war eine Kuhherde auf der Fahrbahn, es tummelten sich Fußgänger, Radfahrer und Traktoren. Und es gab eine  abenteuerliche Ausfahrt, die wir hätten nehmen müssen. Aber ich habe Klaus für völlig verrückt gehalten, als er auf einer zweispurigen Autobahn mit Mittelstreifen nach links abbiegen wollte.
Stimmte aber, wovon er mich beim Zurückfahren auch überzeugte.

Es folgte eine für albanische Verhältnisse großartige geteerte Straße, die uns in wilden, engen Serpentinen bergauf, bergab über ca. 60 Kilometer nach Norden führte. Ganz bis Fierze haben wir es nicht mehr schaffen wollen, haben es uns auf einem Platz in einer Kehre an einem Bergbach für die Nacht gemütlich gemacht. Schon bald kam ein Auto mit einigen jungen Männern, die uns unbedingt davon überzeugen wollten, in ihrem Hotel, das wir unterwegs gesehen hatten, zu nächtigen, denn hier sei es so gefährlich. Als wir uns auf die Umgangssprache Italienisch einigen konnten, verstanden wir ein wenig mehr – sie meinten, die Felsen über uns könnten runterfallen und uns Schaden zufügen, auf dem Hotelgelände sei es besser. Das war wirklich nett gemeint, wobei natürlich für die Jungs durchaus auch die Hoffnung auf ein wenig Geschäft war, ohne jeden Zweifel. Als wir munter versicherten, jeglichen Komfort und keinerlei Angst vor fallenden sassi zu haben, fuhren sie von dannen und wir blieben.
Keine hinterhältigen Steine störten unsere Nachtruhe.

Nur freundliche Menschen


Was in den Bergen nicht ganz so einfach ist, denn das Auto sollte möglichst gerade stehen. Damit wir nicht aus dem Bett kullern und uns nicht das Essen vom Tisch rutscht. Als wir einen akzeptablen Platz vor einem wunderschönen Berg gefunden hatten, kam alsbald ein Mann, der uns quasi nötigte, auf seiner Wiese zu campieren. Die wir zuvor gesehen hatten, aber natürlich als „Privat“ akzeptiert hatten.
Das Ganze entpuppte sich als eine Käserei, die er, vermutlich nur im Sommer. betreibt, während seine Familie in Tirana lebt. Er brachte jede Menge Schafskäse, Raki und war ein richtig Netter.
Leider hatte ich mir irgendwas eingefangen, was mir einige Magenkrämpfe verursachte, so daß ich mich etwas absentieren mußte und lieber auch nicht vom Käse probiert habe. Der aber sehr gut gewesen sein muß, Klaus hat dann alles alleine gefuttert.
Am nächsten Morgen ging es mir schon wieder viel besser, die Rumpelei stülpte mir nicht mehr alle Eingeweide um und wider Erwarten war dann auch noch die Straße viel eher geteert, auf der wir Klos, ein freundliches Städtchen, erreichten.
Natürlich erregte das Auto die größte Aufmerksamkeit und Begeisterung und als wir einkaufen wollten, eilten uns gleich jede Menge Leute zur Hilfe. Die auch tatsächlich nötig ist, denn Albanisch ist fernab jeglicher uns bekannter Sprache. Wie uns jemand erzählte, kämen die Finnen noch am besten damit zurecht. Finnen und Ungarn – das ist bekannt. Aber Albanisch hat, zumindest äußerlich sichtbar, damit so gar nichts zu tun. Werden wir noch herausfinden....
Aber unterwegs ist mir was eingefallen. Wir hatten uns über den eigentlichen Namen Albaniens
„Shqiperia“ gewundert, den wir beide meinten, nie gehört zu haben. Und dann fiel mir Karl May ein. „Durch das Land der Skipetaren“. Na klar!!! Und dann wußten wir beide, daß wir das eigentlich doch gewußt haben.
Klaus hatte Geburtstag und am nächsten Tag ging es mir nicht so gut. Was uns zu der Erkenntnis führte: er wird alt und ich gebrechlich. Jetzt auch noch beide senil???
So schlimm ist es vermutlich noch nicht, denn wir hatten einen sehr netten Einkaufsbummel in Klos, der in einem schicken Café endete. Die Chefin hatte einige Jahre in New York gelebt, sprach natürlich fabelhaftes Englisch und wir konnten uns mal wieder richtig, ohne Hände, Füße und pantomimische Verrenkungen unterhalten. Wie sich dann herausstellte, war es ihr Gatte, der uns zuvor beim Einkaufen gedolmetscht hatte.
Ohne ganz großes Ziel sind wir weiter westwärts, Richtung Küste gefahren, in der Hoffnung, an einem auf der Karte verzeichneten See campieren zu können. War aber nix, keine Chance, ans Ufer zu kommen. Derweil wir weiterfuhren, überholte uns ein Mercedes mit Berliner Kennzeichen, hupte und wir begriffen nicht sofort, daß er mit uns quatschen will.
Es war ein Albaner, dessen Bruder in Berlin lebt und der völlig begeistert war, Deutsche zu treffen. Wir sind ihm zu einem Café gefolgt und hatten ein angeregtes Plauderstündchen mit ihm. Er ist Bodyguard beim Premierminister, sein Bruder schon seit vielen Jahren in Berlin bei der Kripo (alles wirklich glaubhaft) und er hat uns einiges übers Land erzählt. Zudem noch prima Tips für weitere Touren gegeben, denen wir gerne folgen möchten.
Da es schon recht spät geworden war, schlugen wir das Nachtlager an der Straße neben dem Café auf, gleich drauf kam die Chefin und brachte uns einen großen Teller mit Weintrauben und Feigen. Diese Freundlichkeit ist einfach umwerfend.

Ein neuer Versuch


Also rumpelten wir zurück, fanden den richtigen Weg und gelangten zur Abwechslung mal wieder auf etwas, das man als Straße bezeichnen konnte. Geteert!!! Welche Wohltat! Vor allem für mich, denn ich bin zu leicht für den Schwingfedersitz, der die ärgsten Stöße abfangen soll. Der funktioniert erst richtig ab 60 Kilo, da fehlt mir doch eine gute Portion und so mußte mein Kreuz einiges aushalten.
Weil wir aber wegen der umwerfend schönen Gebirgslandschaft nach Albanien gekommen waren, starteten wir einen neuerlichen Versuch, der sich sehr verheißungsvoll anließ. Um Nuancen bessere Pisten und hie und da sogar menschliches Leben. Natürlich war es genausowenig einfach, den richtigen Weg zu finden, weil es viel mehr gibt, als in der Karte verzeichnet sind und die unterscheiden sich in der Qualität gar nicht. Da eigentlich nur LKWs, meist für Holztransport, unterwegs sind, haben wir uns an den Spuren orientiert. Aber auch das führte nicht immer zum Erfolg. Dennoch, es ging eigentlich prima, denn wenn wir mal falsch waren, trafen wir jemanden, der uns den richtigen Weg wies. Bis wir – schon in Sichtweite unseres Ziels – vor einer Straßensperre standen. Zwei Holzpflöcke mit einem großen Stück Maschendraht geboten uns ernsthaft Einhalt. Warum? Wieso? Weshalb?
Klaus ging ein Stück die Straße weiter und erfuhr, daß ein Erdrutsch erst mal weggesprengt werden müßte. So blieb uns nur, einen neuen Weg zu suchen, was mal wieder Expeditionscharakter hatte. Hier rauf? Da runter? Rechts? Links?
Also immer mal wieder Pause, die Lage sondieren, und dann entscheiden. Wobei die Falsch-Fahrerei uns so manchen atemberaubend schönen Ausblick und spannende Begegnungen bescherte.
Der Karte nach sollten wir bei einer Siedlung abzweigen, die sich aber als verlassene, schon halb verfallene militärische Anlage entpuppte. Hinter einer Hügelkette knallte es, große schwarze Rauchwolken stiegen auf und auch Flammen waren sichtbar. Sprengungen hatten wir schon einige gesehen, aber das war ein wenig ungewöhnlich. Hinter einer Kurve stoppte uns ein Militärjeep,
ein freundlicher Mann sprach uns auf Deutsch an und erklärte, daß sie dort alte Munition sprengen, wir noch ein wenig warten sollten. Jaaa, Munition! Das ergab Sinn. Während der Wartezeit erzählte der Soldat, daß er 3 Jahre in Bosnien mit der Bundeswehr zusammen gearbeitet hat und das erklärte sein wirklich gutes Deutsch. Da gefiel es ihm natürlich, als Klaus erzählte, daß er während des Krieges mit Hilfskonvois nach Bosnien gefahren ist.
So langsam war es Zeit, ein schönes Plätzchen für die Nacht zu finden.

Mittwoch, 28. September 2011

Wie geht’s weiter?


Größere Schäden am Auto waren nicht erkennbar, so fuhren wir munter weiter in der Hoffnung auf alsbaldige Anzeichen von menschlichem Leben – in Form eines Dorfes etwa, in dessen Nähe wir uns nach wie vor wähnten. Aber nichts war’s damit, gegen Abend fanden wir nur die Ruine eines ehemaligen Gehöfts, allerdings bevölkert von einer alten, 3 jungen Frauen und einem Kleinkind. Die zwar ganz goldig und freundlich waren, aber eine Verständigung war unmöglich. Unsere Karte nützte nix, Pantomime brachte nix – sie erklärten uns nur immer ganz einig, wie der Berg neben uns heißt. Das wollten wir jetzt eigentlich nicht so genau wissen, eher hätte uns interessiert, wohin der Weg geradeaus führt. Ein Auto kam angefahren und der Mann begriff ein wenig mehr, konnte gar ein wenig Englisch und erklärte, daß der Weg zu unserem Ziel kaputt, unbefahrbar sei und wir einfach mal alles zurückfahren sollten.
So gute Nachrichten hat man gerne nach einem harten Tag, also haben wir uns einen Platz für die Nacht gesucht und erst mal entspannt.
Am nächsten Morgen haben wir den Rückweg angetreten, allerdings mit Variation. Denn wir wollten nicht unbedingt noch mal über unsere Einbruchstelle, zudem erschien uns die alternative Route kürzer bzw. dachten wir, eventuell doch noch auf anderem Wege zu unserem eigentlichen Ziel zu gelangen.

Inzwischen war Klaus dazu übergegangen, mit Hilfe der Navis unsere aktuelle Position zu bestimmen, was recht hilfreich sein könnte, wenn die vorhandene Karte stimmt.
Alles paßte auch erst mal, wobei ich Feigling lieber die angenehmere Straße zurück genommen hätte. Wir fuhren also nach rechts, was – Überraschung, Überraschung! – eine mehr als abenteuerliche Piste war. Ausgewaschen, ausgefahren, manchmal weniger schmal als das Auto. Um einen malerischen Felsen rum, in ca. 1.300 Meter Höhe, bestand die Alternative darin, entweder am Berg entlang zu schrabben oder mit den Rädern entlang der Abbruchkante zu balancieren. Wir gingen nur des Griffs an der Küchentür verlustig – tolle Bilanz!!!
Hat mich im Übrigen sehr beruhigt, als Klaus sagte, die schlimmen Straßen in Südamerika seien weit weniger übel gewesen als das.
Das echte Abenteuer lauert also tatsächlich quasi vor der Haustür – wer hätte das gedacht??
Wir hoppelten noch ein Weilchen so vor uns hin, bis die Piste in einen Sumpf überging. Woher der so plötzlich kam, war uns unerklärlich, sehr freundlich sah er jedenfalls nicht aus. Versuche, ihn zu umfahren, endeten in einer Schlammschlacht. Man hätte mit vielen abgehauenen Ästen und Zweigen die Sache dennoch befahrbar machen können. Aber wie geht es danach weiter? Was hat die Natur dahinter noch auf Lager?
Das wollten wir dann doch nicht mehr so genau wissen. Zwar hätten unsere Vorräte noch ein wenig gereicht, aber auf Tage hin zu versuchen weiterzukommen, erschien mir dann nicht mehr  erstrebenswert.
Also Rückzug, der natürlich auch nicht so ganz einfach war, denn Wenden war erst mal unmöglich. 200 Meter mit LKW im Rückwärtsgang, nur mit den Außenspiegeln und ich im Bett hockend, zum hinteren Fenster rausguckend. Sehr lustig insbesondere, da ich links und rechts nicht unterscheiden kann. Wir leben noch, es ging also gut.

Und wie man sie meistert


Frohgemut brachen wir also anderntags auf, den Weisungen des Schäfers folgend. Der hatte uns nach rechts geschickt, was uns aber gleich merkwürdig erschien. Noch schlechterer Zustand und bergauf – paßte nicht so richtig. Aber nach links, wie wir dann fuhren, war auch nicht sinnvoll.
Fragen über Fragen....
Doch nach rechts und tapfer durch die Botanik, die übrigens sehr, sehr schön ist und ständig wunderbare Aussichten bietet.  Immer entlang eines Bergrückens, die Breite des Weges entspricht der des Autos, zur einen Seite sind die Felsen, auf der anderen Seite geht es mächtig steil ca. 1000 Meter runter. In den Kehren plätschern munter Quellen hinab, die den Weg auswaschen und auf einmal reichte der Platz nicht mehr so ganz und das linke Hinterrad hing recht anmutig sehr viel tiefer als der Rest vom Auto. Was eine extreme Schieflage und Immobilität des Ganzen verursachte.
Den ADAC kann man in so einer Lage eher nicht rufen, so blieb nur Selbsthilfe. Klaus kletterte runter zum Hinterrad und ich sah nur mehr seinen Hut. Das schaffte nicht gerade Zuversicht, aber wenn man muß, kriegt man ziemlich viel geregelt.
Nach schlappen 6 Stunden hatten wir das Auto wieder mit allen 4 Rädern auf festem Untergrund. Was bedeutete: eine Basis schaffen. Also alle verfügbaren Steine anschleppen (mein Part), um damit das Hinterteil des Autos peu à peu anzuheben (Klaus’ Part). Da es keine andere Möglichkeit für den Ansatz des Wagenhebers gab, baute Klaus vor dem Rad eine Art Podest aus Steinen mit Brettern oben drauf, um das Rad an der Felge anheben zu können. Steine drunter baggern, weiter anheben, Steine drunter, anheben etc.pp.
Und zum Schluß haben wir noch eine richtig schöne Piste gebuddelt. Die das prätentiöse Rad dann gar nicht mehr brauchte. Aber sicher ist sicher! Jedenfalls waren wir heilfroh, als das Auto gleich beim ersten Versuch wie nix nach oben zog und sicher wieder auf allen 4 Rädern stand.
Sodele, jetzt wissen wir auch, wie man einen LKW birgt. Wobei Klaus das theoretisch eh wußte,  drum kam erst gar keine Panik auf. Und was für ein gutes Team wir sind, haben wir ja schon in Australien bei den Auto-Ausgrabungs-Arbeiten in den Dünen festgestellt.